Wir geben Frauen eine Stimme

Ensemble Frauenzimmergesprechspiele

Das sind die Frauen hinter „Frauenzimmergesprechspiele“:   

Birgit Wagner, eine 456-fache Königin der Nacht-Darstellerin,

Margaretha Bessel, Traumwandlerin durch die musikalischen Genre

Sylva Beier-Bouchard, Sängerin und Musikwissenschaftlerin

Gerlind Puchinger, Lautenistin und Spezialistin für Alte Musik.

Wir können Frauen eine Stimme verschaffen – mit Musik.

Denn darin sind wir Expertinnen!

Singen in Krisenzeiten?

Europa im Dreißigjährigen Krieg: Plünderungen durch marodierende Soldaten, Angst und Elend! Frauen sind Opfer von Gewalt und sexuellen Übergriffen, müssen ihre Existenz neu aufbauen oder mit Hab und Gut fliehen. Sie kämpfen ums schiere Überleben ihrer Familie und gegen unsichtbare Seuchen. Starke, unabhängige Frauen der Gesellschaft werden mundtot gemacht.

Dennoch erklingen in bürgerlichen Haushalten, Adelshöfen und in Klöstern Musik und Freudenspiele! Pietätlos?

Dass auch während des Dreißigjährigen Krieges von Frauen fleißig getextet, musiziert, gesungen und komponiert wurde, mag verwunderlich erscheinen. Musikalische Zeugnisse dieser Zeit jedoch, sowie unsere eigenen Erfahrungen in der Corona-Pandemie haben uns gezeigt, wie Musik und insbesondere Singen gerade in bedrohlichen Krisenzeiten Kraft geben und zur Keimzelle für etwas Neues, Richtungsweisendes werden können.

Die Hinrichtung Anneken Hendriks 1571 auf dem Scheiterhaufen in Amsterdam. Darstellung aus dem Märtyrerspiegel, Radierung von Jan Luyken. Anneken Hendriks war eine friesische Märtyrerin der Täuferbewegung.

Live- Konzert am Sonntag, 10. Juli 2022 im Irrhain des Pegnesischen Blumenordens, Lachfelderstrasse, Kraftshof bei Nürnberg

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Die Frau hat das gleiche aufrechte Gesicht wie der Mann, die gleichen Ideale, die gleiche Liebe zur Schönheit, Ehre und Wahrheit, den gleichen Wunsch nach Selbstentwicklung, und doch soll sie in einer leeren Seele gefangen sein, deren Fenster geschlossen sind.

Anna Maria von Schürmann, geb. 05.11.1607 in Köln. Deutsch-Niederländische Universalgelehrte, „Stern Utrechts“

Musik vereint, sie vertreibt den Zorn und das Brennen…
Inschrift des Spinetts der Familie Wintzler
Die Stimme der Frau

Für Erbauliches, für die moralische und musikalische Erziehung im Privaten waren Frauen zuständig, wie die abgebildete Gertrud Wintzler am Spinett, umringt von ihren Kindern, gemalt von Gottfried von Wedig, 1616 (Köln, WRM).

Doch wie stand es um die  Stimme der Frauen im öffentlichen Raum? Was haben sie im Dreißigjährigen Krieg erlebt? In den bürgerlichen Haushalten, den Adelshöfen, in Klöstern und auf der Straße? Und wo sind die Dokumente ihres Wirkens, die Gedichte, die Kompositionen und die Berichte weiblicher Zeitzeugen geblieben?

Wurden sie nie gedruckt für die Nachwelt? Sind sie während des Krieges verbrannt? Sind sie noch in Archiven vergaben, da als irrevelant eingestuft? Und spiegelt die Musik die gesellschaftlichen Veränderungen auch wider?

„Daher kommt es, dass bei der Lektüre historiographischer Werke

über weite Zeitläufe hinweg von den Spuren der Frauen

nicht mehr erscheint als von den Spuren eines Schiffes im Meer“

Anna Maria van Schürmann