Über die Entstehung von Frauenzimmergesprechspiele

Wir sind vier studierte Musikerinnen – drei Sängerinnen und eine Lautenistin und leben in Berlin, Köln, Frankfurt und Ingelheim. Während unseres Musikstudiums haben wir viele Kompositionen von Männern einstudiert. Komponistinnen kamen nicht vor.

Dass man als studierte Frau auch in der Bundesrepublik vom Musikmachen nicht gut leben kann, haben wir erfahren müssen und sind trotzdem sehr engagiert in unserem Beruf geblieben.

Denn wir lieben ihn sehr. Wir üben, bilden uns weiter, stellen tolle Programme auf die Beine, vermarkten uns, reichen unser Wissen an Schüler und Schülerinnen weiter und erfreuen uns und andere Menschen mit den Konzerten, die wir geben können.

Wir sind vier von vielen studierten Musikerinnen – und eigentlich Einzelkämpferinnen. 

 Im ersten Jahr der Pandemie reagierten wir wie immer flexibel und nutzten die Zeit, um ein Konzert mit frühbarocker Musik vorzubereiten.

Wir machten uns über das Internet miteinander bekannt und probten regelmäßig gemeinsam – alleine im Netz – jede in ihrer Stadt.

Doch die Konzerte fanden nicht statt, denn Musik  galt nicht als systemrelevant und Singen wurde sogar als gesundheitsgefährdend eingestuft.

Der Blick in die für unser Programm relevante Zeitgeschichte machte uns stutzig: während des 30-jährigen Krieges und trotz der Pestepidemien wurde in „Teutschland“ musiziert!

Die Toten wurden „mit Gesang und Glockengeläut“ begraben. Wir fanden wohl Belege und Noten. Doch wieder stammt alle überlieferte Musik von Männern!

Zeitgleich komponierten im musikalischen „Vorbildland“ Italien viele Frauen. Warum fanden wir keine Noten von deutschsprachigen Frauen?

 Diese Frage ließ uns nicht mehr los und wir begaben uns auf eine faszinierende Reise in die Musikgeschichte der Frauen.

Wir recherchierten zu religiösen, soziologischen und kulturwissenschaftlichen Themen, legten eine umfangreiche gemeinsame Bibliothek an und fanden viele verschiedene Antworten auf unsere Frage.

Wir kämpften nicht mehr alleine, sondern rauften uns im Gegenteil zu einem Ensemble zusammen.

Unsere Onlineproben wurden zu lebendigen und fesselnden Onlinediskussionen – unseren Frauenzimmergesprechspielen“*, zu denen wir nun ein interessiertes Publikum einladen.

Birgit Wagner, diplomierte. Opern- und Konzertsängerin ist auf vielen Podien ein gern gesehener Gast. Nicht nur in Opern und Konzerten brillierte sie, auch in der Kammermusik, in semiszenisch literarischen Gesangsabenden sowie im Kindermusiktheater fand sie ein zu Hause.

Die Stimme in all ihren Facetten wurde ihre Passion. Sie interpretierte Partien wie Susanna (Figaros Hochzeit), Gretel (Hänsel und Gretel) oder Königin der Nacht (Die Zauberflöte), sang Konzerte mit Repertoire von Henry Purcell bis Philip Glas und begeisterte singend, tanzend und spielend hunderte von Kindern.

Dabei lernte sie die Zusammenarbeit, mit vielen kreativen Köpfen zu schätzen. Genannt seien einige wie die Lautencompagney, das Ensemble Oriol, das Theater Vorpommern sowie das Schlossplatztheater.

Sie freut sich besonders, gerade jetzt, mit drei schöpferisch fachkundigen Frauen im Ensemble Frauenzimmergesprechspiele die Werke ihrer Spezies ins Rampenlicht zu stellen. Mehr unter:

www.BirgitWagner.Berlin

Margaretha Bessel (Koloratursopran) konzertierte in Europa, New York, Pejing, Israel, in der GUS und in Bogota. Lieder-abende wie Liebe schwärmt auf allen Wegen (Goethe-Vertonungen), Mond*Nacht*Träume (Strauss, Debussy, Hundley) oder Galathea, Gigerlette und andere schöne Frauen (über verfemte Komponisten in der Zeit des Nationalsozialismus) sind nur einige ihrer lebendig gestalteten Programme.

Auch als Laura Lavendel machte sie sich mit Männer*Haar*Allergie (Deutsche Kabarettchansons), Bosombuddies! (Musical und Broadway), Prima Donnen & Prima Helden (Opernkabarett), New York, New York! (Swing), mit Spirituals ~ Balsam für die Seele (Gospel für Gesang & Orgel), oder Fräulein Gigerlette & Herr Bombardil (klassische Cabaretsongs) einen Namen.

Margaretha studierte A-Kirchenmusik (Diplom), Gesangspädagogik (Diplom) und Konzertfach Lied und ergänzte ihre Hochschulausbildung mit privaten Studien in Europa und in New York City. Der gemeinsame kreative Prozess von FrauenzimmerGesprechspiele ist die perfekte Herausforderung in einer Zeit, in der Konzerte und Events abgesagt wurden.

In ihrer Freizeit geht Margaretha gerne tauchen oder in den Alpen klettern, steuert als halbe Holländerin Boote in nicht so tiefen Gewässern oder schwingt nach dem Motto „All is Rhythm“ den Golfschläger. Und sie liebt das Salsa-Tanzen in ihrer zweiten Wahlheimat New York City. Mehr unter www.margarethabessel.de

Sylva Bouchard-Beier, Opernsängerin, Dipl. Pädagogin, BA of Arts, beging als klassische und Heavy-Metal-Sängerin, Ensembledirigentin und Regisseurin schon vielseitige künstlerische Wege. Komponierend und forschend begegnen ihr immer wieder spannende musikwissenschaftliche Themen, welche sie in öffentlichen Gesprächskonzerten gerne einem interessierten Publikum nahebringt.

„Frauenzimmergesprechspiele“ bietet die Möglichkeit, all dieses miteinander zu kombinieren und mit äußerst erfahrenen und kompetenten Musikerinnen in einen Austausch und einen kreativen Schaffensprozess zu kommen. Mehr unter: www.sylva-bouchard-beier.de

Akad. Stationen:

1983 Abschluss  im Fach Gesang am Konservatorium Rostock

1987 Staatsexamen als Opernsängerin an der HfM „Hanns Eisler“ Berlin

1998 Diplompädagogik in FB Musik Mainz

2020 BA in Musikwissenschaft und Kunstgeschichte in J.-G.-Universität Mainz

Gerlind Puchinger (Renaissancelaute, Barocklaute, Arciliuto, Chitarrone, Theorbe) studierte zunächst Blockflöte bei Ulrike Volkhardt und Peter Thalheimer in Nürnberg und anschließend Laute bei Sigrun Richter in Frankfurt/Saarbrücken (Diplom 1999). Daran schloss sich ein Aufbaustudium bei Konrad Junghänel an der Kölner Musikhochschule (künstlerische Reifeprüfung im Hauptfach Laute 2002), ergänzt durch Kurse bei Han Tol, Kees Boeke, Doron Sherwin, Stephen Stubbs, Rolf Lislevand und Nigel North.

Neben dem Solorepertoire für Renaissance- und Barocklaute befasst sie sich insbesondere mit dem Basso continuo-Spiel auf Lauten und Theorben. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Recherche und Aufführung von Musik, die noch in Bibliotheken schlummert: zum einen Werke von Komponistinnen, zum anderen Musik zwischen 1590 – 1640 aus Italien.

Gerlind Puchinger ist Gründungsmitglied von pazzaCaglia, einem Barockensemble das vorwiegend italienische Musik des 17. Jahrhunderts in szenischer Anlage aufführt und eigene Opernprojekte initiiert, auch im Crossover mit Neuer Musik (derzeit pausiert pazzaCaglia wegen Elternzeit). Mit verschiedenen Vokalensembles und Barockorchestern tritt Gerlind Puchinger sowohl in begleitender als auch solistischer Funktion auf und spielt in Kantaten, Orchesterkonzerten und Barockopern.

Sie wurde als Gast an den Opernhäusern Gelsenkirchen, Saarbrücken, Wuppertal und Kassel engagiert und ist Lautenistin der Churpfälzischen Hofkapelle. Gerlind Puchinger (auch Loescher) unterrichtet seit vielen Jahren Blockflöte, Laute und Kammermusik, gestaltet an der Musikschule szenische Kinderkonzerte und führt ihre SchülerInnen zu Wettbewerben. Derzeit arbeitet sie an einem eigenen Musiktheaterprojekt, das auch wieder verschiedene künstlerische Sparten vereint.